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Topinambur – Pflanzen, Anbau, Ernten

Der Anbau und das Ernten von Topinambur Pflanzen ist simpel. Sie sind sehr anspruchslos, ferner gedeihen alle Sorten sogar auf nährstoffarmen Böden. In sumpfigen Gebieten mit Staunässe fällt ihnen das Wachstum jedoch schwer. Eine Neubepflanzung ist in unseren Breitengraden zwischen Februar bis April möglich. Vor dem Anbau kann die Erde (wie beim Kartoffelanbau) etwas angehäuft werden. Dadurch wird die Sprossenbildung beschleunigt sowie das Ernten erleichtert. Die Pflanze treibt einjährig und stirbt im Herbst überirdisch ab. Im August beginnt bei uns die Blütezeit und endet im November mit dem Absterben der Blätter. Die Knollen werden von Juli bis spätestens Oktober gebildet.

Topinambur fühlt sich an sonnigen Orten sehr wohl, er wächst aber auch im Halbschatten. Ideal wäre ein lockerer sandiger Untergrund mit einem pH-Wert zwischen 6-7,5. Die Jerusalem Artischocke wird in Mitteleuropa hauptsächlich mit den Ausläufern (Stolonen bzw. Wurzelknollen) angebaut. Es gibt zwar Topinambur Saatgut, wegen der späten Blüte (in Europa) reifen die Samen allerdings nicht aus. Die Topis fühlen sich in kühlen Klimagebieten wohl, können jedoch auch in den Tropen florieren. Die Erdartischocken werden ca. 10 cm unter die Erde gepflanzt. Aus einer Knolle können mehrere Stängel austreiben, die bis zu 3 Meter hoch wachsen.


Topinambur im eigenen Garten anbauen

Sie können Topinambur gerne in ihrem Garten anbauen. Er ist nicht wählerisch, desweiteren gedeiht er auch ohne Pflege und ohne Gewächshaus. Der hellgelbe Blütenstand ähnelt der Sonnenblume und sieht schön aus. Die Helianthus tuberosus ist deswegen als Zierpflanze beziehungsweise Sichtschutz geeignet. Wegen der extremen Wuchskraft sowie der unterirdischen Ausbildung von Tochterknollen, kann es schnell zu einer Wucherung kommen. Falls Sie keine Ausbreitung möchten, verwenden Sie eine Wurzelsperre.


Als Topfpflanze

Die Knollen können in einen Blumentopf gepflanzt werden. Eine Erdbirne pro Topf genügt, da diese mehrere Triebe ausbildet. Wie alle Topfpflanzen braucht auch Topinambur sehr viel Wasser. Im Hochsommer sollte die Pflanze dementsprechend mehrmals am Tag gegossen werden.


Industrieller Anbau

Beim industriellen Anbau von Topinambur kommt es hauptsächlich auf den Ertrag an. Nachfolgend finden Sie die wichtigsten Punkte, die Sie für eine langfristige und nachhaltige Ertragsmaximierung beachten sollten:

  • Der Abstand der Pflanzen in einer Reihe liegt zwischen 30-40 cm
  • Die lotrechte Entfernung der Reihen zueinander beträgt 60-70 cm
  • Die optimale Bestandsdichte liegt bei 4-5 Knollen pro m^2
  • Am Anfang braucht Topinambur Pflege durch Unkrautbekämpfung, später verursacht Unkraut keine Ertragseinbusen mehr
  • Durch das Entfernen der Blüten kann der Ertrag um bis zu 12 % gesteigert werden
  • Eine Düngung von 150 Kaliumoxid, 100 Stickstoff, 50 Phosphorpentoxid maximiert den Ertrag

Schädlinge und Krankheiten

Topinambur wird nur von sehr wenigen Schädlingen befallen. Die Pflanze ist sehr robust und hat außer Maulwürfen, Wühlmäusen oder Wildschweinen kaum Fressfeinde. Sie kann das ganze Jahr über von Alternaria zuzüglich echtem Mehltau befallen sein, was aber für gewöhnlich nicht dramatisch ist. Bei tropischem Klima reagiert die Helianthus tuberosus empfindlich auf den Becher-Pilz, dieser kann große Schäden anrichten.


Anbau gestern bis heute

Im 19. Jahrhundert war das Wurzelgemüse als Nahrungs- beziehungsweise Futtermittel sehr beliebt. Es wurde hauptsächlich als Pferdefutter und kohlenhydratreiches Lebensmittel im Winter eingesetzt (deswegen auch die Bez. Rosskartoffel). Heute hat Topinambur in Österreich, Schweiz wie auch Deutschland nur noch eine geringe wirtschaftliche Bedeutung. Er wird zum Teil im Seeland (CH), in Baden, Niedersachen, Brandenburg (DE) sowie im “Gemüsegarten Wiens” (AT) angebaut. Allerdings steigt die Nachfrage aktuell immer mehr. In vielen Filialen (z.B. Rewe oder Lidl) werden die Knollen, in der kalten Jahreszeit, wieder angeboten. Man kann davon ausgehen, dass die wirtschaftliche Bedeutung in Zukunft wieder zunehmen wird.

Der Anbau von Topinambur

Um Topinambur im Garten anzubauen, ist kein großes gärtnerisches Geschick gefragt. Die zur Anpflanzung nötigen Knollen, finden sich zum Beispiel bei Versandhändlern oder im Fachhandel. Anschließend werden diese im Erdboden eingegraben. Da Topinambur selbst in einfachen Böden wuchert, ist der Standort mit Bedacht zu wählen. Um unkontrolliertes Wachstum zu vermeiden, kann die Zuckerkartoffel in Pflanzkübel anstatt ins Freiland gesetzt werden. So behalten Gärtner die Knollen unter Kontrolle.

Topinambur ist bei der Bodenbeschaffenheit nicht wählerisch und wächst so gut wie auf allen Höhen und Untergründen. Optimal ist ein leicht sandiger lockerer Boden. Ist der Erdboden überdurchschnittlich schwer, kann vorher Mist oder Kompost eingearbeitet werden. Sie bevorzugt einen sonnigen Standort, wobei lichte Schattenbereiche auch genügen. Die ideale Pflanzzeit ist Frühlingsbeginn. Die Knollen der Ewigkeitskartoffel werden in etwa 5 bis 10 Zentimeter Tiefe in einen Pflanzkübel oder den Erdboden eingesetzt. Große Pflanzkübel eignen sich perfekt, um die Topinambur zu kultivieren. Im Freiland ist der optimale Abstand zwischen den Knollen circa 25 bis 60 Zentimeter, die Reihenabstände betragen idealerweise circa 40 Zentimeter. Ist der Boden frostfrei, lässt sich die Topinambur unter Schutzmaßnahmen ganzjährig pflanzen. Eventuell ist eine Wurzelsperre einzuplanen.

Die Erdartischocke hat zwar einen großen Bedarf an Wasser (an heißen Sommertagen mehrmals am Tag), verträgt jedoch keinerlei Staunässe. Tritt Letztere ein, beginnt die Knollensonnenblume umgehend zu faulen. Verfügt der Standort über wenig Nährstoffe, ist zusätzlich Dünger gefragt. Dieser erhöht zudem den Ernteertrag. Düngen ist allerdings eine Sache der Anpassung und sollte keinesfalls übertrieben werden. Um Nährstoffe zuzuführen, eignet sich zum Beispiel Kompost, der mit Algenkalk und Kaninchen-/Hühnermist angereichert ist. Stickstoffreicher Dünger ist dagegen unerwünscht, da Fäulnis auftreten kann.

Da die Jerusalemartischocke schnell und übermäßig wächst, ist ein regelmäßiger Schnitt für Blüten wie auch Blätter zu empfehlen. Besonders dann, wenn die Pflanzen in kleineren Gärten stehen. Steht ausreichend Platz zur Verfügung, ist ein Schnitt der Topinambur nicht erforderlich. Nach Einsetzen der ersten Frostnächte im Herbst sterben die äußeren Teile der Erdbirne ab. Diese sind spätestens im Frühjahr vor Wiederaustrieb zu entfernen. Sprießen im Frühling neue Triebe, muss das direkte Umfeld der Topinambur von störenden Wildkräutern befreit werden, um eingeschränktes Wachstum zu verhindern. Wird die Pflanze größer, kann sie das Unkraut eigenständig verdrängen.

Das Absterben der oberen Pflanzenteile verhindert auf natürliche Weise übermäßiges Wachstum. Danach, im Spätherbst sollte die Pflanze etwa 5 bis 10 Zentimeter über der Erde abgeschnitten werden. Topinambur ist frosthart, benötigt bei extremer Kälte jedoch einen gewissen Schutz. Hierfür ist ein Vlies oder Nadelholzreisig optimal. Je tiefer die Kleine Sonnenblume gepflanzt wurde, um so besser kann sie Frost aushalten.


Topinambur ernten

Das Wurzelgemüse wird von November bis März geerntet, bevor die Knollen neue Triebe bilden. Sobald die Blätter abgefallen sind, werden die Stängel auf eine Länge von 30-50 cm gestutzt und per Hand oder einer Ernte-Maschine aus dem Boden gezogen. Falls Sie die Knollen mit der Hand ernten, sollte der Boden mit einer Schaufel aufgelockert werden. Topinambur ist winterfest und verträgt Frost, solange die Topis unter der Erde sind. Es ist sehr empfehlenswert vor dem ersten Frost oder danach zu ernten, die Erde ist sonst zu hart. Möchte man auch im Winter ernten, wird der Untergrund mit Stroh bedeckt. Die Pflanzen bilden nächstes Jahr eine Folgekultur, wenn Sie die kleineren Topinamburknollen im Boden lassen. Im eigenen Garten können Sie mit einem Ertrag von 3 kg/m^2 rechnen.

Die Pflanzung der Topinambur sollte grundsätzlich gepflegt, beobachtet und die Knollen zur rechten Zeit abgeerntet werden. Falls nicht, kann es zu unerwünschter Vermehrung und Wucherung kommen, der andere Gartenpflanzen benachteiligt. Regelmäßiges Ausgraben der Erdbirne verhindert Auswucherungen. Hierbei ist zu beachten, dass selbst die kleinsten Knöllchen der Topinambur Ausläufer bilden. Die Knollen der Zuckerkartoffel lassen sich jedoch das Jahr über ernten und sind als Lebensmittel vielseitig einsetzbar.

Die ideale Zeit der Ernte ist im Herbst, da die Knollen nun voll ausgereift und relativ groß sind. Die Topinambur sollte jedoch in sehr trockenen Sommerwochen nicht ausgegraben werden. Da während der Sommerzeit nicht ausreichend Feuchtigkeit zur Verfügung steht, sind die Knollen schrumpelig und im Geschmack etwas zäh. Es sollten immer eine oder zwei Knollen der Topinambur im Boden verbleiben, damit die Pflanze auch weiterhin wachsen kann. Werden die Blüten entfernt, kann der Ertrag zu dem gesteigert werden.

Hier erfahren sie, wie sie ihre Ernte lagern – Lagern – Einfrieren.


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